WIR
WIR TRAUEN
WIR TRAUEN UNS
WIR TRAUEN UNS ZU
WIR TRAUEN UNS ZU TRAUEN
Schriftliche Arbeit für das Fach
Pastoraltheologie im DBW
Wintersemester 1996/97
Geschrieben von:
Br. Benno-Maria Kehl OFM
Hofackerstr. 19
8032 Zürich
01/ 381 69 96
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Standortbestimmung: Warum heiraten wir kirchlich? 3
3. Geschichte der kirchlichen Trauung 4
3.1. Die neutestamentlichen Texte 5
3.2 Von der neutestamentlichen Ehe zum heutigen Sakrament der Ehe 7
4. Das katholische Eheverständnis 9
4.1. Das sakramentale Eheverständnis 9
4.2. Die Teilnahme am Schöpfungswirken des dreifaltigen Gottes 10
4.3.Ehe als sichtbares Zeichen für die Dreifaltigkeit 12
4.4. Gebete zum katholischen Eheverständnis 13
4.5. Die Teilnahme am Erlösungswirken Gottes 14
4.6. Zusammenfassung (zum katholischen Eheverständnis) 16
5. Das Traugespräch 16
6. Der Traugottesdienst 18
7. Ehevorbereitungsseminare 19
8. Schluss 20
9. Anhang: 21
9.1.Gebete für Paare 21
9.2. Trauliturgie 22
9.3. Bibelstellen zur Trauung 27
9.4. Ehedokument / Mischehe / Ehedispens 29
1. Einleitung
Auch wenn ich kein Pfarrer einer Gemeinde bin, so werden ich und
andere Ordensleute immer öfters angefragt, ob wir der kirchlichen
Traufeier vorstehen würden. Ideal wäre es sicher, wenn sich die
Brautleute in der Pfarrkirche im offiziellen Rahmen trauen liessen. Es
ist wichtig, wünschenswert und gut, dass die Feier der Sakramente
bezogen sind auf die Pfarrgemeinde, in welcher man wohnhaft ist. Die
Realität ist oft anders, dass der Pfarrer, der Gemeindeleiter oder der
Vikar keinen gemeinsamen Termin finden für den grossen Tag, dass das Pärchen
noch keinen Bezug zur Gemeinde hat, oder dass die Brautleute eine
spezielle Kapelle bevorzugen, welche von Ordensleuten betreut wird. Öfters
spielen auch Beziehungen mit, dass man sich lieber von einem
Ordensbruder trauen lässt. Jedenfalls gibt es viele gute und weniger
gute Gründe, sich nicht vom Pfarrer, sondern von Ordenspriestern trauen
zu lassen.
Da die Ehevorbereitung nach wie vor eine wichtige Sache ist und dazu
auch das Traugespräch gehört, möchte ich in dieser Arbeit den Blick
besonders auf das Traugespräch richten.
Diese Zeilen sollen einige Impulse und Anregungen für das Ehepaar
abgeben, welche dann im Taugespräch aufgenommen und besprochen werden können.
2. Standortbestimmung: Warum heiraten wir kirchlich?
Bevor über irgend etwas nachgedacht wird, ist es gut, sich mal zu
fragen, was weiss ich davon, und warum möchte ich mich auf so etwas
einlassen. Ob die Motivation echt katholisch ist oder ob man die Kirche
als Hintergrund für die Fotos vom 'schönsten' Tag gebraucht, ist jetzt
mal egal. Wichtig ist, dass jeder und jede sich selbst ganz ehrlich
bewusst wird, warum ich kirchlich heiraten will. Die Aussagen, die
stimmen, kann man ankreuzen, und jene Aussagen, welche überhaupt nicht
in Frage kommen, können durchgestrichen werden.
Wir wollen kirchlich heiraten...
O weil das für uns ganz einfach dazugehört.
O weil die Gemeinde daran teilnehmen soll.
O weil wir auf den Segen Gottes für unsere Ehe nicht verzichten
wollen.
O weil es ohne die kirchliche Trauung doch keine feierliche Hochzeit
ist.
O weil wir Gott danken wollen, dass wir uns gefunden haben.
O weil wir sonst Schwierigkeiten mit den Eltern oder Schwiegereltern
bekommen.
O weil wir uns in unserer Ehe am Leben Jesu orientieren wollen.
O weil Ehe keine Privatsache ist.
O weil wir überzeugt sind, dass eine aus dem Glauben gelebte Ehe uns
fester bindet und besser hält.
O weil die kirchliche Hochzeit ein guter Brauch in unseren Familien
ist.
O weil es die schönste Art ist, vor den Verwandten und Bekannten das
Ja-Wort zu sprechen.
O weil wir damit ausdrücken wollen, dass wir zur Kirchgemeinde gehören
und uns dort evtl. aktiv beteiligen wollen.
O weil ich weiss, dass meine Partnerin / mein Partner grossen Wert
darauf legt.
O weil wir die Hilfe Gottes für unsere gemeinsame Zukunft einfach
brauchen.
O weil wir glauben, das der Ehebund ein Abbild der Dreifaltigkeit
ist.
O weil die Fotos in und vor der Kirche besonders gut werden.
O weil hier uns ein unsichtbares Eheband geschenkt wird für gute und
schlechte Zeiten.
O weil wir den sakramentalen Bezug der Ehe suchen und aus ihm leben
wollen.
O weil wir glauben, dass die Treue Jesu zur Kirche unserer
gegenseitigen Treue Kraft verleiht.
O weil ______________________________________________________________
O weil ______________________________________________________________
3. Geschichte der kirchlichen Trauung
Die Geschichte der Kirche und besonders der Entwicklung des Eheverständnisses
etwas zu kennen ist immer gut, da wir vieles, was wir heute sehen, aber
nicht mehr verstehen, erst im Zusammenhang mit der je eigenen Geschichte
begreifen können. Sobald man etwas zu verstehen beginnt, kann man auch
gewisse Schätze, welche gerade im Sakrament der Ehe verborgen sind,
evtl. neu entdecken und ausgraben.
Wenn man aus den wenigen Stellen des Neuen Testamentes eine ganze
Ehetheologie herauskristalisieren wollte, würde man diese Textstellen
teilweise überfordern und allzusehr aus ihrem Kontext herausreissen.
Deshalb ist es gut, wenn man die Geschichte der Ehe wenigstens ein
bisschen kennt. Dabei stehen wir in der Tradition der Kirche welche sich
in jeder Zeitepoche neu mit den Schriften der Bibel und der Väter
auseinandergesetzt hat.
3.1. Die neutestamentlichen Texte
Jesus, welcher aus der Reichgottesbotschaft heraus auch einige Worte
über die Ehe sprach, setzte ganz neue Akzente. Diese Aussagen waren
damals wie heute nicht leicht zu verstehen und anzunehmen. Trotzdem baut
die Reichgottesbotschaft auf einer ganz neuen Beziehungskultur auf, auf
der Beziehung zu Gott, den Menschen und zu sich selber. Das Herz dieser
Botschaft ist die schonungslose Bereitschaft zur Liebe und zur
Vergebung. "Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn
er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht
siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal." Zugleich steht Jesu
Botschaft auf dem Fundament der Freiheit der Personen im Blick auf Liebe
und Treue. So ist die Gleichberechtigung der Menschen und der
Geschlechter in Christus eine Schlüsselhaltung, um überhaupt tiefer in
sein Reich eintreten zu können, welches ja hier beginnt. "Es
gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann
und Frau, denn ihr alle seid Einer in Christus Jesus."
Die Bibelstellen über das Scheidungsverbot sind auch heute noch den
meisten bekannt.
"Wer seine Frau aus der Ehe entläßt und eine andere heiratet,
begeht Ehebruch; auch wer
eine Frau heiratet, die von ihrem Mann aus der Ehe entlassen worden
ist, begeht Ehebruch."
Diese Stellen über die Ehescheidung waren schon sehr bald
in der frühen Kirche als eine Art 'Neues Gesetz' verstanden worden, als
ein radikales, ewig gültiges Gesetz, welches von Gott selbst eingesetzt
wurde. Jesus spricht sich in ihnen radikal gegen die Scheidung aus, doch
weniger um ein neues Gesetz zu schaffen, sondern wohl mehr um die
Stellung der Frau zu korrigieren. Heutige Bibelexegesen legen dar, mit
seinem Scheidungsverbot wollte Jesus nicht die jüdische Gesetzgebung
radikalisieren, sondern er wollte erreichen, dass seinen Zeitgenossen
klar wurde, dass Frauen Menschen sind, denen dieselbe personale Würde
zukommt wie den Männern und mit denen man nicht umgehen kann wie mit Gütern
und Sachen.
Jesus kleidete diese Forderungen in die zu seiner Zeit übliche Form
eines Rechtssatzes. Das Provozierende an diesem Rechtssatz war, dass
Jesus Ehescheidung mit Ehebruch gleichsetzte, auf Ehebruch aber nach jüdischem
Gesetz die Todesstrafe stand. So deklarierte Jesus die nach dem Gesetz
erlaubte Ehescheidung, welche nur die Männer ausstellen konnten, zu
einem todeswürdigen Verbrechen. Das war wohl vor allem um der Würde
der Personhaftigkeit der Frau und des Mannes willen. Sinn dieser
Provokation war kaum ein neues Gesetz, um Treue mit der 'Todesstrafe'
abzusichern, sondern um die neue Wirklichkeit, welche aus der Nachfolge
Jesu heraus entsteht, zu betonen. In der Reichgotteshaltung ist das
Leben der freiwilligen Treue grundgelegt, die Treue, die erst gar nicht
auf Scheidung sinnt.
Das Scheidungsverbot wurde in den Urgemeinden schon auf ihre je
eigenen Verhältnisse zugeschnitten. So findet sich schon bei Matthäus,
dessen Fassung dem vermutlich ureigensten Jesuswort am nächsten kommt,
der Einschub: 'ausser bei Unzucht'.
"Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt,
muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine
Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem
Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen
worden ist, begeht Ehebruch."
"Diesen Einschub machten die ersten jüdisch-christlichen
Urgemeinden schon deshalb, weil nach dem Gesetz der jüdische Mann seine
Frau entlassen konnte und durfte, wenn sie Ehebruch begangen hatte, und
für den jüdisch denkenden Menschen konnte unmöglich
ver-boten sein, was die Thora ge-bot und vorschrieb."
Markus machte das ursprüngliche Wort Jesu für seine
griechisch-hellenistisch denkenden Gemeinde auf seine Art fruchtbar,
denn in diesem Kulturraum wurde mehr personal als in jüdischen Rechtssätzen
gedacht.
"Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet,
begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie
ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet."
Nach dem jüdischen Gesetz konnten Frauen gar nicht von sich aus
ihren Mann entlassen. Auch war der Ehebruch im jüdischen Kulturraum
kein personaler Akt, sondern die Verletzung des Eigentumrechts eines
anderen Mannes.
"Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du
sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem
Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach
irgend etwas, das deinem Nächsten gehört."
Paulus, der in einer unmittelbaren Naherwartung auf die Wiederkunft
Jesu hin lebte, verkündete und in seinen Briefen verschieden Fragen der
Gemeinden beantwortete, wurde wahrscheinlich schon bald nicht mehr aus
seinem Hintergrund heraus gedeutet und verstanden. Schon bald sagte man,
Paulus unterstütze das Scheidungsverbot voll und ganz. Zur Ehe schreibt
er:
"Den Verheirateten gebiete nicht ich, sondern der Herr: Die Frau
soll sich vom Mann nicht trennen - wenn sie sich aber trennt, so bleibe
sie unverheiratet oder versöhne sie sich wieder mit dem Mann - und der
Mann darf die Frau nicht verstossen."
Eine kontextuelle neue Interpretation dieses Textes ist die, dass
vermutlich eine Frage an Paulus gerichtet war, "ob man seine Ehe
auflösen dürfe, um ein Leben zu führen, das ganz und gar auf den
Herrn ausgerichtet ist. D.h. einige verheiratete Christen/innen wollten
enthaltsam leben, um mehr Zeit zu haben für das Gebet und das
Zusammensein mit dem Herrn. Die Antwort des Paulus auf diese Anfrage
lautete: Das Zusammenleben mit dem Partner ist wichtiger, als darauf dem
Herrn und Gebet zuliebe zu verzichten."
Wenn von der Sakramentalität der Ehe gesprochen wird, wird oft auf
den Epheser Text zurückgegriffen.
"Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an
seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein
tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche."
Das Wort 'Geheimnis', im griechischen Urtext 'mysterion', wurde mit
dem Wort 'sacramentum' ins Lateinische übersetzt. Diese Übersetzung
war in der damaligen Umgangssprache bekannt und bedeutete so etwas wie
'religiöse Bindung' im allgemeinsten Sinn. Das griechische Wort geht
mehr auf die spirituelle Tiefe des Glaubens an den gekreuzigten und
auferstandenen Jesus Christus ein und beleuchtet sein Verhältnis zu
seiner Kirche, die 'ein Fleisch' mit ihm ist und wird. Das Lateinische 'sacramentum'
steht für Treueeid, Diensteid der Beamten und Fahneneid der Soldaten,
was auch eine Art religiöse Dimension hat, weil der Kaiser 'göttlich'
war. Im Lateinischen treffen also 'staatsreligiöse' und rechtliche
Belange zusammen, aber klammern zugleich die spirituelle Dimension
unseres Glaubens mehr oder weniger aus..-
Das Wort 'sacramentum' schlägt so einen guten Bogen, dass die Ehe
eine religiöse Bindung mit rechtlichem Belang wird. So wurde die Ehe über
die Jahrhunderte hinweg langsam, aber sicher zu einem Sakrament.
3.2 Von der neutestamentlichen Ehe zum heutigen Sakrament der Ehe
Die Urgemeinden verstanden sich für alle Lebensbereiche aus der
Taufe heraus geheiligt, dies galt auch für die Ehe. Erst die Wirren der
Völkerwanderung verlangten die Verlegung der Jurisdiktion der Ehe in
die Kirche, weil es kaum noch andere öffentliche Instanzen gab, welche
die Rechtsfunktionen übernehmen konnten.
Der hl. Augustinus (354-430) schrieb eine Lehre über die Ehe , in
der er den Begriff 'sacramentum' im doppelten Sinn deutete:
"1.als sichtbares, geheiligtes Zeichen einer unsichtbaren übernatürlichen
Wirklichkeit.
2.als unauflöslich-juridisches Band heiliger Verpflichtung."
Die Verpflichtung sich nicht zu trennen und die eheliche Treue sind
bei Augustinus das sichtbare Zeichen der Liebe und Treue Jesu zu seiner
Kirche. Der Zweck der Ehe ist die Zeugung und Erziehung der Kinder,
daneben dient die eheliche Lebensgemeinschaft zur gegenseitigen Ergänzung
und als Heilmittel für die fleischlichen Begierden.
Bald sah man die moralische Unauflöslichkeit der Ehe, welche
Augustinus als Kennzeichen gläubiger Eheleute sah, immer mehr
ontologisch, d.h. nach vollzogener Ehe kann man die Ehe nicht mehr lösen,
das Eheband bleibt, solange beide Partner leben.
Im frühen Mittelalter wurde intensiv diskutiert, ob die Ehe ein
wirkliches Sakrament ist, welche so definiert war:
a) es ist ein geheiligtes sichtbares Symbol oder Zeichen
b) es vermittelt und enthält innere Gnade
c) es ist von Jesus eingesetzt.
Letzteres kann man ableiten vom Kirchenverständnis als Leib Christi,
d.h. Christus handelt durch die Kirche in der Zeit. Auch die anderen
zwei Punkte wurden diskutiert, wie die Gnade vermittelt wird, ob das
Ja-Wort, das Anstecken der Ringe, der Segen des Priesters, der erste
Geschlechtsverkehr oder alles zusammen das Zeichen ist. Im 12./13.
Jahrhundert gehörte die Ehe endgültig zu den 7 Sakramenten der Kirche.
Im Trienter Konzil musste man sich neu mit dem Ehesakrament
auseinandersetzen, weil die Reformatoren die Ehe als ein 'weltlich Ding'
behandeln und sie als Sakrament ablehnen. Die Bedingungen für die gültige
Ehe wurden wie folgt bestimmt:
a) "den Ehewillen (den Konsens, das freie Ja-Wort)
b) die Ehefähigkeit (Beischlaffähigkeit)
c) die Eheform (von einem Priester und zwei Trauzeugen)
In der Neuscholastik kam die Lehre der Untrennbarkeit von Sakrament
und Vertrag dazu. Papst Pius XI. sagte: "das bedeutet die Unauflöslichkeit
des Ehebandes und die durch Christus vollzogene Erhöhung und Weihe des
Ehevertrages zu einem wirksamen Zeichen der Gnade."
Was sich im CIC 1917 so ausdrückte: "Demnach ist jede Ehe unter
Christen in sich und durch sich selber ein Sakrament."
Bis zum II. Vatikanischen Konzil wurde mehr philosophisch und
rechtlich über das Ehesakrament gesprochen. Neu ist die personale
Ausrichtung der Ehe. Die Eheleute spenden sich das Sakrament selber und
immer wieder, in dem sie die Ehe in liebender Treue vollziehen. Der
Priester ist dabei der Amtszeuge mit den Trauzeugen zusammen, als
Garanten, dass diese Ehe von der Kirche getragen und gesegnet ist und
wird. Diese ursprüngliche Ordnung zwischen Mann und Frau ist nicht
selbstverständlich, sondern kann nur im Glauben an die Gnade in voller
Tiefe erfahren und wieder hergestellt werden.
4. Das katholische Eheverständnis
Über das katholische Eheverständnis wurden schon Bücher
geschrieben, und es ist schwierig, mit wenigen Worten einigermassen
verständlich über ein solch grosses Geschehen zu schreiben.
'Katholisch' meint ja nicht nur römisch-katholisch, sondern die ganzen
'allumfassenden' Dimensionen des Lebens zwischen den Menschen und
zwischen Gott und dem Ehepaar. Da die Ehe heute noch die wichtigste
zwischenmenschliche Institution und Lebensform ist, wird ja immer neu
darüber nachgedacht. Der Papst Paul VI. habe mal zu den Eheleuten
gesagt: "Nur ihr könnt dieses Geheimnis theologisch voll ergründen."
Letztlich nützt jede Theorie nichts, wenn es nicht Menschen gibt, die
es in der Praxis zu leben versuchen.
4.1. Das sakramentale Eheverständnis
Ehe die Kirche war, war die Ehe. Mit diesem Satz wurde ein Eheseminar
ausgeschrieben und in ihm steht eigentlich nur, dass die Kirche über
etwas nachdenkt und nachdachte, was es ja schon lange gab. So baut unser
Verständnis auf dem auf, was man in der 'Natur' vorgefunden hat und was
sogar in die Menschenrechtscharta Einzug gefunden hat.
Vieles über das sakramentale Eheverständnis wurde bereits im
geschichtlichen Überblick erläutert. Das katholische Kirchenrecht sagt
in der Sprache des Rechtes einige wichtige Sachen sehr deutlich. Doch
sollte die unauflösliche sakramentale Ehe "mehr in ihrem Geschenk-
und Angebotscharakter (die Eheleute können und dürfen zusammenbleiben)
als in ihrem Gesetzescharakter erschlossen werden."
"Der Ehebund, durch den Mann und Frau unter sich die
Gemeinschaft des ganzen Lebens begründen, welche durch ihre natürliche
Eigenart auf das Wohl der Ehegatten und auf die Zeugung und die
Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet ist, wurde zwischen Getauften
von Christus dem Herrn zur Würde eines Sakramentes erhoben."
Sakramente in der kath. Kirche vermitteln immer göttliche Gnade;
d.h. die "eheliche Verbindung ist in die Ordnung der Gnade erhoben
und unter Gottes besonderen Beistand gestellt." In der Ehe, die gläubig
gelebt wird, ist die feste Zusage da, dass immer der Quell der Liebe
fliesst, sowohl horizontal zwischen den Partnern als auch vertikal
zwischen Gott und dem Ehepaar. Jesus sagt dies für alle Christen und
umso mehr für jene, die sich in Ihm die Treue für das ganze Leben
geschworen haben. "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt
sind, da bin ich mitten unter ihnen." Die Aufgabe bleibt, sich Zeit
zu nehmen, um an diesem Quell der Gegenwart Jesu zu trinken, durch
Gebet, Meditation, gemeinsame spirituelle Wochenenden usw.
4.2. Die Teilnahme am Schöpfungswirken des dreifaltigen Gottes
Im Gestalten der Welt und in der Sorge für die Nachkommen nimmt das
Ehepaar in spezieller Weise am Schöpfungswirken Gottes teil. Die
bewusste Verneinung von Nachkommen und gesellschaftlichem Engagement
verunmöglicht deshalb die volle Entfaltung des Sakramentes und
verhindert die Bereitschaft, mit dem Schöpfer an der Schöpfung
mitzuwirken. Gott wollte dem Menschen eine besondere Teilnahme an seinem
schöpferischen Wirken verleihen, segnete darum Mann und Frau und
sprach: "Wachset und mehret euch."
Die Teilnahme am Schöpfungswirken der hl. Dreifaltigkeit kann so
gesehen werden: Gott Vater liebt den Sohn und dieser liebt den Vater,
die Liebe zwischen ihnen ist der heilige Geist. Diese Liebe, bringt
quasi ein 'Kind' hervor: die 'Schöpfung'. "Es ist die gleiche göttliche
Liebe, die im Geist den Vater und den Sohn vereint: den Sohn und die
Glaubenden, die Glaubenden - im Sohn - mit dem Vater und
untereinander." In diesem Sinn hat Jesus der Herr zum Vater
gebetet: "dass alle eins seien... wie auch wir eins sind," und
wenn er damit Horizonte aufreisst, die der menschlichen Vernunft beinahe
unerreichbar sind, legt er "eine gewisse Ähnlichkeit nahe zwischen
der Einheit der göttlichen Personen und der Einheit der Kinder Gottes
in der Wahrheit und in der Liebe." Erst aus dieser Einheit kann
letztlich neues Leben entspringen, das die Kraft zur Entfaltung in sich
trägt.
Die einheitsstiftende Liebe, aus der neues Leben geboren werden kann,
entfaltet sich in den kleinen Zeichen des Zusammenlebens, im füreinander
arbeiten, im schenken und beschenkt werden, ohne zu rechnen. Aus dieser
menschlich göttlichen Liebe besteht auch das sakramentale Eheband. In
der hl. Trinität wäre das 'Eheband' sozusagen der Hl. Geist, in dem ja
auch Vater und Sohn gegenwärtig sind. Die Schöpfung, die aus Gott
hervorging, ist in der Ehe das Kind, welches aus der Verbindung von Mann
und Frau hervorgeht.
Da die Schöpfung nicht nur aus Menschen besteht, so ist das Mitschöpfen
der Menschen nicht nur auf Kinder ausgelegt, obwohl die Kirche sagt:
"Kinder sind gewiss die vorzüglichste Gabe für die Ehe und tragen
zum Wohl der Eltern selbst sehr viel bei." Deshalb macht es auch
tiefen Sinn, wenn Menschen heiraten, auch wenn sie kinderlos bleiben, um
viele andere Bereiche der Welt schöpferisch mitzugestalten. Das II.
Vatikanische Konzil sagt dazu: "Die Ehe ist aber nicht nur zur
Zeugung von Kindern eingesetzt, sondern die Eigenart des unauflöslichen
personalen Bundes und das Wohl der Kinder fordern, dass auch die
gegenseitige Liebe der Ehegatten ihren gebührenden Platz behalte,
wachse und reife. Wenn deshalb das - oft so erwünschte - Kind fehlt,
bleibt die Ehe dennoch als volle Lebensgemeinschaft bestehen und behält
ihren Wert sowie ihre Unauflöslichkeit."
So wird die Ehe ein sichtbares Zeichen für die hl. Dreifaltigkeit.
D.h. die beiden Partner mit dem Band der Liebe (Eheband) zwischen den
Einzelpersonen sind das Wesentliche. Fehlt dieses Band der Liebe ganz
oder teilweise und werden trotzdem Kinder gezeugt, werden die Kinder
dauernd überfordert sein, weil sie sozusagen das Band der Liebe
ersetzen müssen. Jede Form von Leben, das nicht aus der 'Einheit' im
trinitarischen Sinn entsteht, hat zusätzliche Schwierigkeiten, sich zu
entfalten.
4.3.Ehe als sichtbares Zeichen für die Dreifaltigkeit
Das Laterankonzil 1215 sagte dazu über die göttliche Einheit, die
dreieinig ist: "Es ist der Vater, der zeugt, und der Sohn, der
gezeugt wird, und der Heilige Geist, der hervorgeht." Analog dazu
kann das Geheimnis des Ehesakramentes erhellt werden, wo Mann und Frau
im Ehesakrament 'ein Fleisch' werden und aus dieser Verbindung eine neue
personale Liebe hervorfliesst. Dieses 'ein Fleisch' ist auch das
Widerspiegeln der göttlichen Einheit. Diese innige Vereinigung
als gegenseitiges Sichschenken zweier Personen lässt die Ehepartner das
Wesen ihrer Einheit erfahren. Zum Wesen des sakramentalen Ehebandes gehört
nebst der menschlichen Liebe der Hl. Geist.
Hier, im 'Abbild Gottes sein', ist auch der Ehekonsens anzusiedeln,
d.h. der freie Wille der Ehepartner; sie dürfen unter keinem Zwang
stehen und weder durch die Natur noch das Kirchenrecht gehindert sein.
"Diese eigentümlich menschliche Liebe geht in frei bejahter
Neigung von Person zu Person, umgreift das Wohl der ganzen Person,
vermag so den leib-seelischen Ausdrucksmöglichkeiten eine eigene Würde
zu verleihen..." Die Würde der Freiheit ist wohl das, was uns Gott
am ähnlichsten macht, aber nur, wenn sich unsere Freiheit an der göttlichen
Freiheit orientiert, welche in ihrem Wesen absolut treu ist; eine Treue,
die bis zum Tod bleibt: Wie Jesus, der dem Willen des Vater bis in
den Tod treu blieb. So sollen die Ehegatten, Christus "folgend, in
den Freuden und Opfern ihrer Berufung durch ihre treue Liebe Zeugen
jenes Liebesgeheimnisses werden, das der Herr durch seinen Tod und seine
Auferstehung der Welt geoffenbart hat."
"Die Unauflöslichkeit der Ehe ist nicht nur in Gott
verankert, sondern auch in die personale Würde des Menschen eingebettet
und widerspiegelt die Liebe von Gott zu seinem Volk, und in ihm die
Liebe von Christus zur Kirche. Schon im Ersten Testament war Gottes Bund
mit dem Volk eine sehr zentrale Erfahrung. In diesem Bund verpflichtete
sich Gott (Jahwe), der Gott Israels zu sein und Israel wiederum
verpflichtete sich, Jahwes Volk zu sein. Und obgleich Israel ständig
diesen Bund bricht und andere Götter verehrt, hält Jahwe seine
Verpflichtung ein; er bleibt Gott seines Volkes Israel. "(Vgl. dazu
auch das Buch Hosea im AT: Der Prophet Hosea muss in seiner Ehe mit
einer Hure die Untreue Israels gegenüber Jahwe 'symbolisch' darstellen,
doch dadurch auch die endzeitliche 'Gottesehe' zwischen Jahwe und Israel
verheissen.)"
Im Zweiten Testament wird die Ehe als Bild für das grosse Geheimnis
zwischen Jesus Christus und der Kirche gebraucht, wie schon weiter oben
beschrieben. Gott bleibt in Jesus treu, und in dieser unerschütterlichen
Treue wurzelt auch das Ehesakrament, welches so das sichtbaren Bild der
unauflöslichen Liebe Gottes zu seinem Volk ist. Somit wird deutlich,
dass die Unauflöslichkeit ein Wesenseigenschaft der Ehe ist.
4.4. Gebete zum katholischen Eheverständnis
Dem Wesen des Menschseins und dem Wesen Gottes können wir wohl nur
demütig glaubend auf die Spur kommen. Im gläubig gesprochenen oder
meditierten Gebet kommt der Mensch mit dem lebendigen Christus in
Kontakt. So drücken folgende Segensgebete aus, wie die katholische
Kirche das Sakrament der Ehe versteht. Der Segen macht deutlich, aus
welcher Kraft die Ehe gelingen kann, welche Bedeutung der Ehebund hat
und wofür er ein Zeichen ist.
"Wir preisen dich,
Gott, unser Schöpfer, denn im Anfang hast du alles ins Dasein gerufen.
Den Menschen hast du erschaffen als Mann und Frau
und ihre Gemeinschaft gesegnet.
Einander sollen sie Partner sein und ihren Kindern
Vater und Mutter.
Wir preisen dich, Gott, unser Herr,
denn du hast dir ein Volk erwählt und bist ihm in
Treue verbunden;
du hast die Ehe zum Abbild deines Bundes erhoben.
D
ein Volk hat die Treue gebrochen, doch du
hast es nicht verstossen.
Den Bund hast du in Jesus Christus erneuert
und in seiner Hingabe am Kreuz für immer besiegelt.
Die Gemeinschaft von Mann und Frau hast du so zu einer
neuen Würde erhoben
und die Ehe als Bund der Liebe und als Quelle des
Lebens vollendet.
Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und
füreinander sorgen, einander ertragen und verzeihen,
wird deine Treue zu uns sichtbar.
S
o bitten wir dich, menschenfreundlicher
Gott,
schau gütig auf N. und N., die vor dir knien (stehen)
und deinen Segen erhoffen.
D
ein Heiliger Geist schenke ihnen Einheit
und heilige den Bund ihres Lebens.
Er bewahre ihre Liebe in aller Bedrohung;
er lasse sie wachsen und reifen
und einander fördern in allem Guten.
H
ilf ihnen, eine christliche Ehe zu führen
und Verantwortung in der Welt zu übernehmen; verleihe
ihnen Offenheit für andere Menschen und die Bereitschaft, fremde Not zu
lindern.
S
chenke ihnen das Glück, Vater und Mutter
zu werden,
und hilf ihnen, ihre Kinder christlich zu erziehen.
G
ewähre ihnen Gesundheit und Lebensfreude
bis ins hohe Alter,
schenke ihnen Kraft und Zuversicht in Not und
Krankheit.
Am Ende ihres Lebens führe sie in die Gemeinschaft
der Heiligen, zu dem Fest ohne Ende, das du denen bereitest, die dich
lieben."
4.5. Die Teilnahme am Erlösungswirken Gottes
Dieses Kapitel wollte ich überhaupt nicht in diese Arbeit
hineinnehmen, aber die Wirklichkeit in der heutigen Zeit ist, dass ca.
1/3 der geschlossenen Ehen zerbricht.
Ein Grund liegt sicher in der starken Tendenz des Individualismus'.
Im Ehebund ist aus zwei Individuen sozusagen eine neue Person
entstanden. Dieser neue Personalismus ist aber immer bedroht vom alten
Individualismus. Vielen fällt es schwer, den individuellen Egoismus
absterben zu lassen und zu glauben, dass sie sich selbst neu finden können
im Personalismus der Ehe. Dieses 'Sterben' ist mit Schmerz verbunden.
"Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben,
damit ihr seinen Spuren folgt." Ohne das immer neue persönliche
Sterben des alten (egoistisch um sich selbst kreisenden) Menschen kann
kein echtes neues Leben entstehen, auch kein Ehesakrament fruchtbar
gelebt werden. "Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn
nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber
stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hängt, verliert
es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren
bis ins ewige Leben." Um diese klaren Worte umzusetzen und zu
leben, braucht es eine gut gepflegte, persönliche Beziehung zur
Transzendenz in Jesus Christus.
Ein weiteres Problem ist evtl. auch, dass eine Ehespiritualität des
Kreuzes kaum bis nicht bekannt ist und unsere Zeit im Durchstehen keinen
Wert und Sinn von Leiden sieht. Dabei ist in unserem christlichen
Glauben ein Schlüssel zum Heil im Leiden Jesu und seiner Kirche
verborgen.
"Die christliche Familie ihrerseits ist dem Geheimnis der Kirche
so tief eingefügt, dass sie auf ihre Art an der Heilssendung teilnimmt.
Die christlichen Ehegatten und Eltern haben kraft des Sakramentes in
ihrem Lebensstand und in ihrem Wirken ihre besondere Gabe im Gottesvolk.
Darum empfangen sie nicht nur die Liebe Christi und werden dadurch eine
erlöste Gemeinschaft, sondern sind auch dazu berufen, diese Liebe
Christi an die Mitmenschen weiterzugeben und so auch erlösende
Gemeinschaft zu werden." Die Erlösung, die uns als Gabe vom
gekreuzigten und auferstandenen Herrn entgegenkommt, ist zugleich
Aufgabe.
Damit die Erlösung Christi durch uns weiter gehen kann, kommen wir
nicht um eine 'Kreuzesnachfolge' herum. Die Grundhaltungen dieser
Nachfolge sind das Aushalten von Spannungen und die Vergebung, und zwar
'sieben mal siebzigmal'. Mutter Theresa sagt: Wir müssen lieben lernen
bis es weh tut. Jede Christin und jeder Christ und besonders die
christliche Familie wird heute in schwere Prüfungen kommen. So braucht
die Ehe auch die Unterstützung von anderen, die ihr Mut machen, das
Kreuz zu tragen oder gar zupacken, wenn es nötig wird; weil das gläubige
Durchtragen der Spannungen in der Familie letztlich zum Segen für die
Welt ist.
Im Brief an die Familien schreibt Papst Johannes Paul II an alle
Christen: "Wir müssen dafür beten, dass die Ehegatten ihre
Berufung auch dann lieben, wenn der Weg schwierig wird oder enge und
steile, scheinbar unüberwindbare Strecken aufweist; beten, damit sie
auch dann ihren Bund mit Gott treu sind."
In den Zeiten der Spannungen und Krisen ist es falscher Stolz, auf
Hilfe von aussen zu verzichten. Nebst guten Freunden und
Seelsorger/innen gibt es zahlreiche Dienste in Ehe- und
Familienberatungsstellen mit guter psychologischer und
psychotherapeutischer Hilfe, welche dazu beitragen mithelfen können,
das Ehegelöbnis immer neu aufzurichten. 'Ich verspreche, dir immer,...
alle Tage meines Lebens treu zu bleiben.' Auch Jesus liess sich von
Simon von Zyrene helfen, das Kreuz zu tragen.
4.6. Zusammenfassung (zum katholischen Eheverständnis)
Der Text im Katechismus fast dies kurz und knapp zusammen.
"Einheit, Unauflöslichkeit und Bereitschaft zur Fruchtbarkeit
sind für die Ehe wesentlich. Die Polygamie lässt sich mit der Einheit
der Ehe nicht vereinbaren. Eine Scheidung trennt, was Gott vereint hat;
die Weigerung, fruchtbar zu sein, bringt das eheliche Leben um seine
'vorzüglichste Gabe', das Kind."
Wer aus dem Geheimnis der Ehe lebt, weiss täglich neu: "dass
jetzt die Zeit reif wäre für ein viel tieferes und umfassenderes Leben
der einzelnen mit Dir. Für eine echte, frei gewählte Liebesbeziehung
eines jeden Menschen mit seinem Schöpfer und Erlöser."
Das Bewusstsein gläubiger Ehepartner, dass Gott in Jesus den Weg der
Ehe mitgeht, in guten und schlechten Zeiten, lässt die Partner tiefer
in die Quelle des Sakramentes eindringen. "Aus ihr kann sich der,
menschlich gesehen, so zerbrechliche Bund einer Ehe immer wieder
erneuern. Gläubige Ehepartner leben nicht nur von den Reserven ihrer
eigenen Grossmut, sondern aus der unerschöpflichen Versöhnungskraft
des Kreuzes." So verweist auch die Ehe auf den Ursprung unseres
Heiles in Tod und Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus.
5. Das Traugespräch
Wer sich für die kirchliche Trauung entschliesst, sollte sich so
bald wie möglich mit dem Wohnsitzpfarramt in Verbindung setzen. Bei
diesem ersten Kontakt können die zwei wichtigsten Termine festgelegt
werden:
Der Hochzeitstermin und der Zeitpunkt des Traugespräches.
Schön ist, wenn zwischen dem Traupriester oder dessen Stellvertreter
und dem Ehepaar wenigstens eine kleinere, persönliche Beziehung
entsteht, dies ist aber immer ein Geschenk und kann nicht künstlich
gemacht werden.
1. Im Traugespräch kommt das katholische Eheverständnis zur
Sprache. Es lohnt sich, zu fragen und zu diskutieren, denn es ist
wichtig, versuchen zu verstehen, was die Kirche meint, da die volle
Kraft aus dem Ehesakrament nur zusammen mit der Kirche voll ausgeschöpft
werden kann.
2. Wenn das Ehedokument nicht schon ausgefüllt ist, kann es mit dem
Pfarrer u.a. zusammen durchgearbeitet werden, auch hier können etliche
Fragen auftauchen.
Das Ehedokument ist nötig, weil die Unterschrift des Priesters oder
seines Stellvertreters, der Brautleute und der Trauzeugen zur vollen Gültigkeit
des Ehesakramentes gehören. (Siehe 9.4 Anhang: Ehedokument / Mischehe
und Ehedispens).
3. Der Traugottesdienst, sein Aufbau und sein innerer Sinn sollten
besprochen werden. Hier wird ja besonders deutlich, das die Ehe nicht
nur die Privatsache zwischen Mann und Frau ist, sondern auch den
sozial-gesellschaftlichen Bezug hat, dass nicht nur die Ehepartner
Verantwortung für das Gelingen der Ehe haben, sondern ebenso die Gläubigen
dazu beitragen müss(t)en, um das Gelingen der Ehe zu unterstützen, sei
es durch Gebet oder konkreten Beistand. Letztlich aber ist es ja Gott,
der die Ehe will, sie segnet und sogar sein Blut für sie in Jesus
Christus vergossen hat.
4. Da es der Gottesdienst der Brautleute ist, ist es sinnvoll, wenn
sie sich beim Auswählen der Lieder mindestens beteiligen, der
biblischen Lesungen und evtl. der Gebete. Das Zeichen der Gemeinschaft
wird verstärkt, wenn Hochzeitsgäste miteinbezogen werden, sei es durch
musikalische Untermahlung, das Vortragen der Lesung oder der Fürbitten.
5. Ebenso ist es gut, kurz die technischen Fragen anzuschauen.
Blumenschmuck, wann und wo evtl. musiziert wird, das Fotografieren, Apéro
und anderes.
6. Da das ganze christliche Leben seinen Ursprung in der Taufe hat
und immer wieder aus der vergebenden und neuschöpfenden Kraftquelle der
Taufe und Eucharistie gespiesen wird, braucht es den persönlichen
Taufschein, welcher bei der eigenen Taufpfarrei eingefordert werden
kann.
7. Wenn ein Partner einer anderen Konfession oder Religion angehört,
muss darüber darüber gesprochen werden, in welcher Konfession oder
Religion die religiöse Kindererziehung geschehen soll. Da die religiöse
Erziehung kein leichtes Unterfangen ist, ist es wichtig, dass sich die
Eltern von Anfang an entscheiden, ob das Kind im Glauben der Mutter oder
des Vaters erzogen werden soll. Bei konfessions- oder
religionverschiedenen Pärchen braucht es auch das Gesuch um eine
Formdispens. (Siehe 9.2 Anhang: Ehedokument /Mischehe und Ehedispens)
8. Ebenso haben persönliche Fragen Platz, Glaubenszweifel, Verhütung,
Umgang mit der Schuld usw. In der Kirche ist es auch üblich, vor den
wichtigsten Festen das Sakrament der Busse zu empfangen.
6. Der Traugottesdienst
Beim Vorbereiten des eigenen Traugottesdienstes hilft das liturgische
Gerüst, welches dann mit Liedern, Texten usw. gefüllt werden kann. Die
Wichtigkeit der Liturgie drückt das Kirchenrecht so aus:
"Durch eine fruchtbringende liturgische Feier der Eheschliessung,
durch die zum Ausdruck kommen soll, dass die Ehegatten das Geheimnis der
Einheit und der fruchtbaren Liebe zwischen Christus und der Kirche
darstellen und daran teilnehmen."
Aufbau der Trauung mit einer Eucharistiefeier:
ERÖFFNUNG
Empfang des Paares vor der Kirche
Einzug (evtl. mit Orgelspiel)
Eingangslied
Begrüssung/Einführung
Kyrie (Gloria)
Tagesgebet
WORTGOTTESDIENST
Lesung
evtl. Antwortgesang
Evangelium
Predigt
TRAUUNG
Fragen an die Brautleute
Segnung der Ringe
Vermählung
Bestätigung der Vermählung
Feierlicher Trauungssegen
Fürbitten
EUCHARISTIEFEIER
Gabenbereitung
Eucharistisches Hochgebet
Vaterunser
Friedensguss
Kommunion
Danklied
Schlussgebet
ABSCHLUSS
Segen
Auszug (evtl. Orgelspiel)
Aufbau der Trauung in einem Wortgottesdienst vor allem bei
konfessions und religions verschiedenen Paaren.
ERÖFFNUNG
Empfang des Paares vor der Kirche
Einzug (evtl. mit Orgelspiel)
Eingangslied
Begrüssung/Einführung
Kyrie (Gloria)
Tagesgebet
WORTGOTTESDIENST
Lesung
evtl. Antwortgesang
Evangelium
Predigt
TRAUUNG
Fragen an die Brautleute
Segnung der Ringe
Vermählung
Bestätigung der Vermählung
Feierlicher Trauungssegen
Fürbitten
Vater unser
Schlussgebet
Danklied
ABSCHLUSS
Segen
Auszug aus der Kirche
7. Ehevorbereitungsseminare
Die Ehevorbereitungsseminare sind eine sehr gute Hilfe, um wichtige
Impulse für den gemeinsamen Weg zu bekommen. Sie werden öfters von
einem Seelsorger in Zusammenarbeit einem Ehepaar, welches schon einige
Jahre verheiratet ist, oder sogar mit einem Ehetherapeuten/in, durchgeführt.
In diesen Seminaren werden verschiedene Fragen geklärt, man lernt junge
Paare kennen, man tauscht über Hoffnungen und evtl. Ängste aus, aber
es gibt auch Raum für das Gebet und das Feiern der Eucharistie.
Da der Familie, die auch 'Hauskirche' genannt wird, eine einzigartige
Bedeutung in der Kirche zukommt, wird auch vom Kirchenrecht verlangt das
die Ehe persönlich und zusammen mit anderen Christen vorbereitet wird.
"Die Seelsorger sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die
eigene kirchliche Gemeinde den Gläubigen die Hilfe bietet, durch die
der Ehestand im christlichen Geist bewahrt wird und in der
Vollkommenheit vorankommt. Dieser Beistand ist besonders zu leisten:
§ 1 durch Predigt und Katechese....
§ 2 durch persönliche Vorbereitung auf die Eheschliessung, durch
welche die Brautleute in die Heiligkeit und in die Pflichten ihres neuen
Standes eingeführt werden."
Ebenso wird auf dem Ehedokument verlangt, dass Ort und Datum des
besuchten oder vorgesehenen Ehevorbereitungskurses bei Nr. 17 angegeben
werden.
Es gibt Ehepaare, die sich sagen, mit dem Ehevorbereitungskurs ist es
noch nicht getan. Diese nehmen sich vor, wenigstens jedes Jahr eine Art
gemeinsames spirituelles Ehewochenende durchzuführen. Andere nehmen
sich bewusst einen Abend im Monat oder in der Woche, um das Sakrament
der Ehe zu pflegen und zu vertiefen. Auf einer Hochzeitseinladung hat
ein junges Paar sich mit zwei Bäumen dargestellt, die sich mit den Ästen
berühren. Bei der Geburt eines Kindes war auf der Taufeinladung das
Hochzeitsbild mit einem neuen kleinen Bäumchen. Dass die Bäume Pflege
brauchen, um immer neue Früchte hervorzubringen und nicht zu
verwildern, ist jedem klar, der sich bei den Bäumen auskennt.
Ehejubiläen sind die Hochzeitstage, die man eigentlich speziell
feiern dürfte und sollte. Sei es die Silberhochzeit oder die Goldene
Hochzeit. Oft wird eine spezielle Hl. Messe gefeiert und mit Bekannten
und Verwandten bei einem frohen Mahl gefeiert. Das entzünden der
Traukerze, ein gemeinsames Gebet oder eine kleine Aufmerksamkeit am jährlichen
Hochzeitstag sollte nie fehlen.
8. Schluss
Auch wenn ich selber nicht in die Ehe berufen wurde, sondern mein
Leben im zölibatären Weg gestalte, ist mir der Kontakt mit
christlichen Eheleuten sehr wichtig. Das Austauschen über die je
eigenen Wege mit allen Hochs und Tiefs in der Ehe wie im Zölibat ist für
beide Arten des Lebens sehr wertvoll. So glaube ich, dass ein innerer
Zusammenhang besteht zwischen der geglückten Ehe und dem geglückten Zölibat,
diese zwei Lebensformen konkurrenzieren sich auch nicht im Leib Christi,
sondern ergänzen sich in ihrer je eigenen Art und Weise. Dort, wo die
Ehe und der Zölibat spirituell im lebendigen Gott verankert sind wird,
das Leben und die Freude das letzte Wort haben, trotz der Stürme und
Krisen im Leben.
9. Anhang:
Weitere kirchlichen Formulare, Gebete, verschiedenen Trauliturgieen
und Bibeltexte sollte die zuständige Pfarrstelle haben. Hier sind die
wichtigsten Auszüge im Anhang 9.1-9.4 zu finden.
9.1.Gebete für Paare
Dass die Ehe ein gemeinsamer Lebensweg ist und immer gepflegt werden
sollte, drücken diese Gebete aus dem Schatz der Volksfrömmigkeit gut
aus.
"Wir haben zueinander Ja gesagt für
immer. Herr, Ja für Glück und Unglück, Ja für Gesundheit und
Krankheit. Ja für Erfolg und Misserfolg. Mein Mann - meine Frau - wird
bei mir sein, wenn ich krank sein werde. Mein Mann - meine Frau - wird
immer zu mir stehen, wenn mich Unglück trifft. Die Liebe kennt keine
Furcht: Sie kann Ja für immer sagen.
Danke, Herr, für diese Liebe, die bei uns angefangen hat. Danke,
dass du durch das Sakrament der Ehe bei uns bist." (Gotteslob24.3)
W
ir sind glücklich und dürfen einander glücklich
machen. Danke, dass wir uns gefunden haben, Herr. Danke, dass wir gesund
sind und unsere Zukunft planen können. Danke für alle Zärtlichkeiten,
die wir miteinander tauschen.
Wir danken dir und legen unser Glück in deine Hand, du machst alles
gut, du bist die Liebe.
Wir wollen uns nicht festlegen auf das, was wir heute sind. Lass uns
offenbleiben für das, was wir morgen sein können. Wir sind immer
bereit, einander zu entdecken.
Lass unsere Freude am gemeinsamen Leben und Erleben nicht in
Meinungsverschiedenheiten, Misstrauen, Eifersucht oder Gleichgültigkeit
ersticken.
Gib uns Zeit und Phantasie, einander Boten der Liebe zu werden. Der
du Mensch für die anderen bist, hilf uns, einander Boten der Liebe zu
werden. Der du Mensch für die anderen bist, hilf uns einander zu
lieben.
Unsere Liebe hat uns den Mut gegeben, uns für immer in der Ehe
einander zu schenken, aber auch das Vertrauen, dass du bei uns bist, in
jedem Augenblick unserer Ehe.
Herr, erhalte uns unsere Liebe, auch wenn wir einander enttäuschen.
Lass uns auch nicht vergessen, wenn unsere Liebe geprüft wird: Mit dir
können wir sie immer wieder erneuern."
9.2. Trauliturgie
Diese Texte sind aus den offiziellen liturgischen Texten der
katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes. Bei konfessionell-
oder religonsverschiedenen Paaren sind gewisse Stellen anders.
BEFRAGUNG NACH DER BEREITSCHAFT ZUR CHRISTLICHEN EHE
Der Zelebrant wendet sich an die Brautleute.
Liebes Brautpaar! Ihr seid in dieser entscheidenden Stunde eures
Lebens nicht allein. Ihr seid umgeben von Menschen, die euch nahestehen.
Ihr dürft die Gewissheit haben, dass ihr mit dieser (unserer) Gemeinde
und mit allen Christen in der Gemeinschaft der Kirche verbunden seid.
Zugleich sollt ihr wissen: Gott ist bei euch. Er ist der Gott eures
Lebens und eurer Liebe. Er heiligt eure Liebe und vereint euch zu einem
untrennbaren Lebensbund. Ich bitte euch zuvor, öffentlich zu bekunden,
dass ihr zu dieser christlichen Ehe entschlossen seid.
Der Zelebrant fragt zuerst den Bräutigam, dann die Braut:
Zelebrant: N., ich frage dich: Bist du hierhergekommen um nach
reiflicher Überlegung und aus freiem Entschluss mit deiner Braut N./
deinem Bräutigam N. den Bund der Ehe zu schliessen?
Bräutigam/Braut: Ja
Zelebrant: Willst du deine Frau / deinen Mann lieben und achten
und ihr / ihm die Treue halten alle Tage ihres / seines Lebens?
Bräutigam/Braut: Ja
Die folgende Frage richtet der Zelebrant an beide Brautleute
gemeinsam.
Zelebrant: Seit ihr beide bereit, die Kinder anzunehmen die Gott
euch schenken will und sie im Geist Christi und seiner Kirche zu
erziehen?
Bräutigam/Braut: Ja
Zelebrant: Seid ihr beide bereit, als christliche Eheleute
Mitverantwortung in der Kirche und in der Welt zu übernehmen?
Bräutigam/Braut: Ja
SEGNUNG DER RINGE
Vor der Eheschliessung werden die Ringe gesegnet.
Der Zelebrant wendet sich an die Brautleute mit folgenden oder ähnlichen
Worten.
Zelebrant: Ihr seid also beide zur christlichen Ehe bereit. Bevor
ihr den Bund der Ehe schliesst, werden die Ringe gesegnet, die ihr
einander anstecken werdet.
Die Ringe werden vor den Zelebranten gebracht. Er spricht darüber
eines der folgenden Segensgebete. Anschliessend kann er die Ringe mit
Weihwasser besprengen.
Zelebrant: Herr und Gott, du bist menschlichen Augen verborgen,
aber dennoch in unserer Welt zugegen. Wir danken dir, dass du uns deine
Nähe schenkst, wo Menschen einander lieben. Segne + diese Ringe, segne
diese Brautleute, die sie als Zeichen ihrer Liebe und Treue tragen
werden. Lass in ihrer Gemeinschaft deine verborgene Gegenwart unter uns
sichtbar werden. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Alle: Amen
Oder:
Zelebrant: Treuer Gott, du hast mit uns einen unauflöslichen Bund
geschlossen. Wir danken dir, dass du uns beistehst. Segne + diese Ringe
und verbinde die beiden, die sie tragen, in Liebe und Treue. Darum
bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Alle: Amen.
VERMÄHLUNG
Die Brautleute können für die Erklärung des Ehewillens zwischen
zwei Formen wählen:
A- dem Vermählungsspruch
B- der Vermählung durch das Ja-Wort.
Beide Formen sind mit dem gegenseitigen Anstecken der Eheringe
verbunden.
A) Vermählungsspruch:
Wenn Bräutigam und Braut es wünschen, können sie den Vermählungsspruch
auswendig sprechen. Der Zelebrant kann den Vermählungsspruch aber auch
wie eine Eidesformel in Absätzen vorsprechen; die Brautleute sprechen
die Teilsätze nach.
Der Zelebrant fordert die Brautleute auf, ihren Ehewillen zu erklären.
Zelebrant: So schliesst jetzt vor Gott und vor der Kirche den Bund
der Ehe, indem ihr das Vermählungswort sprecht. Dann steckt einander
den Ring der Treue an.
Die Brautleute wenden sich einander zu. Der Bräutigam nimmt den Ring
der Braut und spricht:
Bräutigam: N., vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meine
Frau. Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in
Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich
lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens.
Der Bräutigam steckt der Braut den Ring an und spricht:
Bräutigam: Trag diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Danach nimmt die Braut den Ring des Bräutigams und spricht:
Braut: N., vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meinen Mann.
Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit
und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich lieben, achten
und ehren alle Tage meines Lebens.
Die Braut steckt dem Bräutigam den Ring an und spricht:
Braut: Trag diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue: Im
Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
B) Vermählung durch das Ja-Wort
Der Zelebrant fordert die Brautleute auf, durch das Ja-Wort ihren
Ehewillen zu erklären.
Zelebrant: So schliesst jetzt vor Gott und vor der Kirche den Bund
der Ehe, indem ihr das Ja-Wort sprecht. Dann steckt einander den Ring
der Treue an.
Der Zelebrant frägt zuerst den Bräutigam.
Zelebrant: N., ich frage dich vor Gottes Angesicht: Nimmst du
deine Braut N: an als deine Frau und versprichst du, ihr die Treue zu
halten in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, und sie
zu lieben zu achten und zu ehren, bis der Tod euch scheidet?
(Dann sprich: Ja)
Bräutigam: Ja
Der Zelebrant fordert den Bräutigam auf:
Zelebrant: Nimm den Ring, das Zeichen eurer Liebe und Treue, steck
ihn an die Hand deiner Braut und sprich: "Im Namen des Vater und
des Sohnes und des Heiligen Geistes".
Der Bräutigam nimmt den Ring, steckt ihn der Braut an und spricht:
Bräutigam: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen
Geistes.
Der Zelebrant fragt die Braut:
Zelebrant: N., ich frage dich vor Gottes Angesicht: Nimmst du
deinen Bräutigam N. an als deinen Mann und versprichst du, ihm die
Treue zu halten in guten und in bösen Tagen, in Gesundheit und
Krankheit, und ihn zu lieben, zu achten und zu ehren, bis der Tod euch
scheidet?
(Dann sprich: Ja)
Braut: Ja
Der Zelebrant fordert die Braut auf:
Zelebrant: Nimm den Ring, das Zeichen eurer Liebe und Treue, steck
ihn an die Hand deines Bräutigams und sprich: "Im Namen des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes".
BESTÄTIGUNG DER VERMÄHLUNG
Der Zelebrant wendet sich an die Brautleute und spricht zu ihnen:
Zelebrant: Reicht nun einander die rechte Hand. Gott, der Herr,
hat euch als Mann und Frau verbunden. Er ist treu. Er wird zu euch
stehen und das Gute, das er begonnen hat, vollenden.
Der Zelebrant legt die Stola um die ineinandergelegten Hände der
Brautleute, er legt seine rechte Hand darauf und spricht:
Zelebrant: Im Namen Gottes und seiner Kirche bestätige ich den
Ehebund, den ihr geschlossen habt.
Er wendet sich an die Trauzeugen und die übrigen Versammelten:
Zelebrant: Sie aber, (N. und N. die Trauzeugen) und alle, die zugegen
sind, nehme ich zu Zeugen dieses heiligen Bundes. "Was Gott
verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen."
Es folgt der feierliche Trauungssegen. Der Zelebrant spricht über
die Brautleute den Feierlichen Trauungssegen. Er kann sie auffordern,
sich dazu niederzuknien.
9.3. Bibelstellen zur Trauung
Sich Zeit zu nehmen und die verschiedenen Bibeltexte auf sich wirken
zu lassen, kann eine gute und inspirierende Vorbereitung auf die Trauung
sein. Durch das gemeinsame Auswählen der Bibeltexte können viele
Diskussionen und Gespräche entstehen. Vielleicht findet man einen Text,
in welchem man sich selber wiederfindet, oder welcher den Grundton fürs
Leben angeben soll. Normalerweise wird eine Lesung aus dem Alten oder
Neuen Testament genommen und ein Evangelium. Diese Bibelstellen sind am
häufigsten bei Trauungen, was aber nicht heisst, dass nicht auch einen
anderer Text zugezogen werden kann. Die prägnantesten Stellen zu den
Texten sind hier aufgeführt.
LESUNGEN AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Genesis 1.26-28.31a
"Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes
schuf er ihn."
Genesis 2.18-24
"Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt."
Rut 1.14b-17
"Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da
bleibe auch ich."
Tobit 7.6-14
Tobias erhält Sara zur Frau
Tobit 8.4b-8
Gebet des Tobias und der Sara
Sprichwörter 3.3-6
"Nie sollen Liebe und Treue dich verlassen."
Das Hohelied 2.8-16
"Der Geliebte ist mein, und ich bin sein."
Das Hohelied 8.6-7
"Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an denen
Arm."
Jeremia 31.31-34
Der neue Bund
Hosea 2.21-22
"Ich traue dich mir an auf ewig."
LESUNGEN AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Brief an die Römer 8.31b-35.37-39
Die Gewissheit der Glaubenden
Brief an die Römer 12.1-2.9.18
"Eure Liebe sei ohne Heuchelei."
Brief an die Römer 13.8-10
Das grundlegende Gebot
Der erste Brief an die Korinther 12.31-13.8a
Das Hohelied der Liebe
Brief an die Epheser 3.14-21
"Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen."
Brief an die Epheser 4.1-6
"Ertragt einander in Liebe."
Brief an die Philipper 4.4-9
Christliche Grundhaltungen
Brief an die Kollosser 3.12-17
"Vor allem aber liebt einander!"
Der erste Brief an die Thessalonicher 5.15-25
"Dankt für alles!"
Der erste Brief des Petrus 1.3-9
Das Ziel des Glaubens
Der erste Brief des Johannes 3.18-24
"Gott ist grösser als unser Herz."
Der erste Brief des Johannes 4.7-12
"Die Vollendung des Glaubens in der Liebe
DIE EVANGELIEN
Matthäus 5.1-12a
Die Seligpreisungen
Matthäus 5.13-16
Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt
Matthäus 7.21.24-29
Vom Haus auf dem Felsen
Matthäus 19,3-6
"Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht
trennen."
Matthäus 20.25-28
Vom Herrschen und vom Dienen
Matthäus 22.35-40
Die Frage nach dem wichtigsten Gebot
Markus 4.35-41
Der Sturm auf dem See
Markus 10.6-9
"Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht
trennen."
Lukas 12.22b-31
Von der falschen und der rechten Sorge
Lukas 24.13-35
Die Begegnung mit dem Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus
Johannes 2.1-11
Die Hochzeit zu Kana als Zeichen
Johannes 15.9-12
"Bleibt in meiner Liebe!"
Johannes 15.9-12
"Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe."
Johannes 17.20-26
"Jesu Fürbitte für alle Glaubenden."
9.4. Ehedokument / Mischehe / Ehedispens
Diese offiziellen Formulare sind in jedem Pfarramt erhältlich und
werden in den Pfarrarchiven aufbewahrt. Deshalb müssen sie vor der
kirchlichen Trauung gültig ausgefüllt und unterschrieben sein,
ansonsten ist die Ehe wegen des Formfehlers ungültig.
DIE EVANGELIEN
Matthäus 5.1 – 12a
1 Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf
einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
2 Dann begann er zu reden und lehrte sie.
3 Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn
ihnen gehört das Himmelreich.
4 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet
werden.
5 Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden
das Land erben.
6 Selig, die hungern und dürsten nach der
Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
7 Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen
finden.
8 Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden
Gott schauen.
9 Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne
Gottes genannt werden.
10 Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt
werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen
beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
12 Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird
groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.
Matthäus
5.13 – 16
13Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt: 5,13-16
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen
Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu
nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf
einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
15 Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt
ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann
leuchtet es allen im Haus.
16 So soll euer Licht vor den Menschen leuchten,
damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Matthäus
7.21 / 24 – 29
21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird
in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im
Himmel erfüllt.
24Wer diese meine Worte hört und danach handelt,
ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.
25 Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen
heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte
es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.
26 Wer aber meine Worte hört und nicht danach
handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute.
27 Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen
heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte
es ein und wurde völlig zerstört.
28Die Wirkung der Bergpredigt: 7,28-29
Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge
sehr betroffen von seiner Lehre;
29 denn er lehrte sie wie einer, der (göttliche)
Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
Matthäus
19.3 – 6
3Von Ehescheidung und Ehelosigkeit: 19,3-12
Da kamen Pharisäer zu ihm, die ihm eine Falle
stellen wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen
Grund aus der Ehe entlassen?
4Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, daß der
Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat
5 und daß er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater
und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden
ein Fleisch sein?
6 Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was
aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.
Matthäus
20.25 – 28
25 Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wißt,
daß die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre
Macht über die Menschen mißbrauchen.
26 Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei
euch groß sein will, der soll euer Diener sein,
27 und wer bei euch der Erste sein will, soll euer
Sklave sein.
28 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen,
um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben
als Lösegeld für viele.
Matthäus
22.35 – 40
35 Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn
auf die Probe stellen und fragte ihn:
36 Meister, welches Gebot im Gesetz ist das
wichtigste?
37 Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen
Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen
Gedanken.
38 Das ist das wichtigste und erste Gebot.
39 Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen
Nächsten lieben wie dich selbst.
40 An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz
samt den Propheten.
Markus
4.35 – 41
35Der Sturm auf dem See: 4,35-41
Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen
ans andere Ufer hinüberfahren.
36 Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm
in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn.
37 Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm,
und die Wellen schlugen in das Boot, so daß es sich mit Wasser zu füllen
begann.
38 Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und
schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, daß
wir zugrunde gehen?
39 Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu
dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige
Stille ein.
40 Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst?
Habt ihr noch keinen Glauben?
41 Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten
zueinander: Was ist das für ein Mensch, daß ihm sogar der Wind und der
See gehorchen?
Markus
10.6 – 9
6 Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als
Mann und Frau geschaffen.
7 Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen,
8 und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind
also nicht mehr zwei, sondern eins.
9 Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch
nicht trennen.
Lukas
12.22 - 31
22Von der falschen und der rechten Sorge: 12,22-32
Und er sagte zu seinen Jüngern: Deswegen sage ich
euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, daß ihr etwas zu essen
habt, noch um euren Leib und darum, daß ihr etwas anzuziehen habt.
23 Das Leben ist wichtiger als die Nahrung und der
Leib wichtiger als die Kleidung.
24 Seht auf die Raben: Sie säen nicht und ernten
nicht, sie haben keinen Speicher und keine Scheune; denn Gott ernährt
sie. Wieviel mehr seid ihr wert als die Vögel!
25 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein
Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?
26 Wenn ihr nicht einmal etwas so Geringes könnt,
warum macht ihr euch dann Sorgen um all das übrige?
27 Seht euch die Lilien an: Sie arbeiten nicht und
spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner
Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
28 Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig
kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen
wird, wieviel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
29 Darum fragt nicht, was ihr essen und was ihr
trinken sollt, und ängstigt euch nicht!
30 Denn um all das geht es den Heiden in der Welt.
Euer Vater weiß, daß ihr das braucht.
31 Euch jedoch muß es um sein Reich gehen; dann
wird euch das andere dazugegeben.
Lukas
24.13 - 35
13Die Begegnung mit dem Auferstandenen auf dem Weg
nach Emmaus:
Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem
Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem
entfernt ist.
14 Sie sprachen miteinander über all das, was sich
ereignet hatte.
15 Während sie redeten und ihre Gedanken
austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen.
16 Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so
daß sie ihn nicht erkannten.
17 Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über
die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen,
18 und der eine von ihnen - er hieß Kleopas -
antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, daß du als einziger
nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?
19 Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm:
Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat
vor Gott und dem ganzen Volk.
20 Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn
zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.
21 Wir aber hatten gehofft, daß er der sei, der
Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem
das alles geschehen ist.
22 Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus
unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der
Frühe beim Grab,
23 fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen,
erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er
lebe.
24 Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden
alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.
25 Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht?
Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt
haben.
26 Mußte nicht der Messias all das erleiden, um so
in seine Herrlichkeit zu gelangen?
27 Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und
allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben
steht.
28 So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs
waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen,
29 aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch
bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da
ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.
30 Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das
Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen.
31 Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten
ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr.
32 Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das
Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der
Schrift erschloß?
33 Noch in derselben Stunde brachen sie auf und
kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger
versammelt.
34 Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden
und ist dem Simon erschienen.
35 Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt
und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.
Johannes
2.1 – 11
21Die Hochzeit in Kana als Zeichen: 2,1-12
Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine
Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei.
2 Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit
eingeladen.
3 Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu
ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau?
Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
5 Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch
sagt, das tut!
6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie
es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder faßte ungefähr
hundert Liter.
7 Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit
Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand.
8 Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es
dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm.
9 Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.
Er wußte nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser
geschöpft hatten, wußten es. Da ließ er den Bräutigam rufen
10 und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten
Wein vor und erst, wenn die Gäste zuviel getrunken haben, den weniger
guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.
11 So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in
Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten
an ihn.
Johannes
15.9 – 12
9 Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich
euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
10 Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in
meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe
und in seiner Liebe bleibe.
11 Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in
euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.
12 Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich
euch geliebt habe.
Johannes 17.20 – 26
20 Aber
ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch
ihr Wort an mich glauben.
21 Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir
bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt
glaubt, daß du mich gesandt hast.
22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die
du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind,
23 ich in ihnen und du in mir. So sollen sie
vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, daß du mich
gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.
24 Vater, ich will, daß alle, die du mir gegeben
hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit
sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der
Erschaffung der Welt.
25 Gerechter Vater, die Welt hat
dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt,
daß du mich gesandt hast.
26 Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und
werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast,
in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.
LESUNGEN AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Brief
an die Römer 8.31 – 35 / 37 - 39
31Die Gewißheit der Glaubenden: 8,31-39
Was ergibt sich nun, wenn wir das alles bedenken?
Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?
32 Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont,
sondern ihn für uns alle hingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht
alles schenken?
33 Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott
ist es, der gerecht macht.
34 Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der
gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten
Gottes und tritt für uns ein.
35 Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?
Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder
Schwert?
37 Doch all das überwinden wir durch den, der uns
geliebt hat.
38 Denn ich bin gewiß: Weder Tod noch Leben, weder
Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder
Gewalten
39 der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere
Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus
ist, unserem Herrn.
Brief
an die Römer 12.1-2.9.18
1 Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch,
meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer
darzubringen, das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und
angemessene Gottesdienst.
2 Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern
wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt,
was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist.
9 Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse,
haltet fest am Guten!
18 Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen
Menschen Frieden!
Brief
an die Römer 13.8-10
8 Das grundlegende Gebot: 13,8-14
Bleibt niemand etwas schuldig; nur die Liebe
schuldet ihr einander immer. Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt.
9 Denn die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen,
du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht
begehren!, und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefaßt:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also
ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.
Der
erste Brief an die Korinther 12.31-13.8
31 Die höheren Gnadengaben - das Hohelied der
Liebe:
Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen,
der alles übersteigt:
13.1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und
Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz
oder eine lärmende Pauke.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle
Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle
Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber
die Liebe nicht, wäre ich nichts.
3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und
wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht,
nützte es mir nichts.
4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
5 Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren
Vorteil, läßt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern
freut sich an der Wahrheit.
7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält
allem stand.
8 Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden
hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht.
Brief
an die Epheser 3.14-21
14 Fürbitte für die Kirche: 3,14-21
Daher beuge ich meine Knie vor dem Vater,
15 nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und
auf der Erde benannt wird,
jedes Geschlecht, wörtlich: jede Vaterschaft. Im
Griechischen ein Wortspiel, das im Deutschen nicht wiederzugeben ist.
16 und bitte, er möge euch aufgrund des Reichtums
seiner Herrlichkeit schenken, daß ihr in eurem Innern durch seinen
Geist an Kraft und Stärke zunehmt.
17 Durch den Glauben wohne Christus in eurem
Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet,
18 sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig
sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen
19 und die Liebe Christi zu verstehen, die alle
Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle
Gottes erfüllt.
20 Er aber, der durch die Macht, die in uns wirkt,
unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder uns ausdenken können,
21 er werde verherrlicht durch die Kirche und durch
Christus Jesus in allen Generationen, für ewige Zeiten. Amen.
Brief
an die Epheser 4.1-6
Aufruf zur Einheit: 4,1-6
1 Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis
bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der
an euch erging.
2 Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt
einander in Liebe,
3 und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu
wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält.
4 Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure
Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist;
5 ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,
6 ein Gott und Vater aller, der über allem und
durch alles und in allem ist.
Brief
an die Philipper 4.4-9
4 Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal
sage ich: Freut euch!
5 Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr
ist nahe.
6 Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder
Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!
7 Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt,
wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus
Jesus bewahren.
8 Schließlich, Brüder: Was immer wahrhaft, edel,
recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und
lobenswert ist, darauf seid bedacht!
9 Was ihr gelernt und angenommen, gehört und an
mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.
Brief
an die Kolosser 3.12-17
12 Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten
Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte,
Demut, Milde, Geduld!
13 Ertragt euch gegenseitig, und vergebt einander,
wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben
hat, so vergebt auch ihr!
14 Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe
ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht.
15 In eurem Herzen herrsche der Friede Christi;
dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!
16 Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen
Reichtum bei euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit! Singt
Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist
eingibt, denn ihr seid in Gottes Gnade.
17 Alles, was ihr in Worten und Werken tut,
geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater!
Der
erste Brief an die Thessalonicher 5.15-25
15 Seht zu, daß keiner dem andern Böses mit Bösem
vergilt, sondern bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun.
16 Freut euch zu jeder Zeit!
17 Betet ohne Unterlaß!
18 Dankt für alles; denn das will Gott von euch,
die ihr Christus Jesus gehört.
19 Löscht den Geist nicht aus!
20 Verachtet prophetisches Reden nicht!
21 Prüft alles, und behaltet das Gute!
22 Meidet das Böse in jeder Gestalt!
23Der Schluß des Briefes: Segen und Gruß: 5,23-28
Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und
bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr
ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt.
24 Gott, der euch beruft, ist treu; er wird es tun.
25 Brüder, betet auch für uns!
Der
erste Brief des Petrus 1.3-9
3 Ziel und Weg des Glaubens: 1,3 - 2,10
Das Ziel des Glaubens: 1,3-12
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn
Jesus Christus: Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit
wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige
Hoffnung haben
4 und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche
Erbe empfangen, das im Himmel für euch aufbewahrt ist.
5 Gottes Macht behütet euch durch den Glauben,
damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll.
Das «Ende der Zeit» hat mit dem Kommen Jesu
begonnen (vgl. V. 20); es wird sich vollenden bei der «Offenbarung Jesu
Christi» (1,7.13), bei seiner Wiederkunft am Ende der Tage.
6 Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt
vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müßt.
7 Dadurch soll sich euer Glaube bewähren, und es
wird sich zeigen, daß er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft
wurde und doch vergänglich ist. So wird (eurem Glauben) Lob,
Herrlichkeit und Ehre zuteil bei der Offenbarung Jesu Christi.
8 Ihn habt ihr nicht gesehen, und dennoch liebt ihr
ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn und jubelt in
unsagbarer, von himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude,
9 da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet:
euer Heil.
Der
erste Brief des Johannes 3.18-24
18 Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und
Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.
19Die Zuversicht der Kinder Gottes: 3,19-24
Daran werden wir erkennen, daß wir aus der
Wahrheit sind, und werden unser Herz in seiner Gegenwart beruhigen.
«Aus der Wahrheit sein» bedeutet: zu Gott gehören
(vgl. Joh 18,37).
20 Denn wenn das Herz uns auch verurteilt - Gott
ist größer als unser Herz, und er weiß alles.
Der von seinem Gewissen verurteilte Christ weiß,
daß er auf das göttliche Erbarmen hoffen kann.
21 Liebe Brüder, wenn das Herz uns aber nicht
verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht;
22 alles, was wir erbitten, empfangen wir von ihm,
weil wir seine Gebote halten und tun, was ihm gefällt.
23 Und das ist sein Gebot: Wir sollen an den Namen
seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem
Gebot entspricht.
24 Wer seine Gebote hält, bleibt in Gott und Gott
in ihm. Und daß er in uns bleibt, erkennen wir an dem Geist, den er uns
gegeben hat.
Der
erste Brief des Johannes 4.7-12
7Die Vollendung des Glaubens in der Liebe: 4,7-16a
Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die
Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt
Gott.
8 Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn
Gott ist die Liebe.
9 Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch
offenbart, daß Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit
wir durch ihn leben.
10 Nicht darin besteht die Liebe, daß wir Gott
geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für
unsere Sünden gesandt hat.
11 Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen
auch wir einander lieben.
12 Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander
lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet.
LESUNGEN AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Genesis
1.26 – 28.31
26 Dann sprach Gott: Laßt uns Menschen machen als
unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des
Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze
Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land.
27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild;
als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.
28 Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid
fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch,
und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels
und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.
Genesis
2.18 - 24
18 Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, daß
der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm
entspricht.
19 Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle
Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem
Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch
jedes lebendige Wesen benannte, so sollte es heißen.
20 Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des
Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen
entsprach, fand er nicht.
21 Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf
den Menschen fallen, so daß er einschlief, nahm eine seiner Rippen und
verschloß ihre Stelle mit Fleisch.
22 Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom
Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu.
23 Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von
meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen; denn
vom Mann ist sie genommen.
denn . . .: Die Ausdrücke für Mann (isch) und
Frau (ischáh) sind im Hebräischen ähnlich.
24 Darum verläßt der Mann Vater und Mutter und
bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch.
Rut
1.14 - 17
14 Da weinten sie noch lauter. Doch dann gab Orpa
ihrer Schwiegermutter den Abschiedskuß, während Rut nicht von ihr ließ.
15 Noomi sagte: Du siehst, deine Schwägerin kehrt
heim zu ihrem Volk und zu ihrem Gott. Folge ihr doch!
16 Rut antwortete: Dränge mich nicht, dich zu
verlassen und umzukehren. Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du
bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist
mein Gott.
17 Wo du stirbst, da sterbe auch ich, da will ich
begraben sein. Der Herr soll mir dies und das antun - nur der Tod wird
mich von dir scheiden.
Genesis 1.26-28.31/ 2.18-24/ Rut 1.14-17
Toit
7.6 - 14
6 Da sprang Raguël auf und umarmte ihn unter Tränen;
er segnete ihn und sagte: Du bist der Sohn eines guten und edlen Mannes.
Als er dann hörte, daß Tobit das Augenlicht verloren hatte, wurde er
traurig und weinte;
7 auch seine Frau Edna und seine Tochter Sara
brachen in Tränen aus. Man nahm die beiden Gäste herzlich auf.
8 Man schlachtete einen Widder und setzte ihnen ein
reiches Mahl vor.
Tobias und Sara: 7,9-17
9 Da bat Tobias den Rafael: Asarja, mein Bruder,
bring doch zur Sprache, worüber du unterwegs mit mir geredet hast,
damit die Sache zu einem glücklichen Ende kommt.
10 Rafael teilte Raguël alles mit. Darauf sagte
Raguël zu Tobias: Iß und trink, und laß es dir gut gehen! Du hast
einen Anspruch darauf, mein Kind zu heiraten. Ich muß dir aber die
Wahrheit sagen:
11 Ich habe meine Tochter schon sieben Männern zur
Frau gegeben; doch jeder, der zu ihr ins Brautgemach ging, ist noch in
derselben Nacht gestorben. Aber laß es dir jetzt trotzdem gut gehen!
12 Tobias erwiderte: Ich will nichts essen, ehe ihr
sie mir nicht feierlich zur Frau gegeben habt. Da sagte Raguël: Du
sollst sie bekommen, sie ist von jetzt an nach Recht und Gesetz deine
Frau. Du bist mit ihr verwandt; sie gehört dir. Der barmherzige Gott
schenke euch viel Glück.
13 Und er ließ seine Tochter Sara rufen, nahm sie
bei der Hand und gab sie Tobias zur Frau; er sagte: Hier, sie ist dein
nach dem Gesetz des Mose. Führ sie zu deinem Vater! Und er segnete sie.
14 Dann rief er seine Frau Edna herbei, nahm ein
Blatt Papier, schrieb den Ehevertrag, und man setzte das Siegel
darunter. Darauf begannen sie mit dem Mahl.
Tobit
8.4 - 8
4 Als Tobias und Sara in der Kammer allein waren,
erhob sich Tobias vom Lager und sagte: Steh auf, Schwester, wir wollen
beten, damit der Herr Erbarmen mit uns hat.
5 Und er begann zu beten: Sei gepriesen, Gott
unserer Väter; gepriesen sei dein heiliger und ruhmreicher Name in alle
Ewigkeit. Die Himmel und alle deine Geschöpfe müssen dich preisen.
6 Du hast Adam erschaffen und hast ihm Eva zur Frau
gegeben, damit sie ihm hilft und ihn ergänzt. Von ihnen stammen alle
Menschen ab. Du sagtest: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein ist;
wir wollen für ihn einen Menschen machen, der ihm hilft und zu ihm paßt.
7 Darum, Herr, nehme ich diese meine Schwester auch
nicht aus reiner Lust zur Frau, sondern aus wahrer Liebe. Hab Erbarmen
mit mir, und laß mich gemeinsam mit ihr ein hohes Alter erreichen!
8 Und Sara sagte zusammen mit ihm: Amen.
Toit 7.6-14/ 8.4-8
Sprichwörter
3.3 - 6
3 Nie sollen Liebe und Treue dich verlassen; binde
sie dir um den Hals, schreib sie auf die Tafel deines Herzens!
4 Dann erlangst du Gunst und Beifall bei Gott und
den Menschen.
5 Mit ganzem Herzen vertrau auf den Herrn, bau
nicht auf eigene Klugheit;
6 such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann
ebnet er selbst deine Pfade.
Das
Hohelied 2.8 - 16
8 Horch! Mein Geliebter! Sieh da, er kommt. Er
springt über die Berge, hüpft über die Hügel.
9 Der Gazelle gleicht mein Geliebter, dem jungen
Hirsch. Ja, draußen steht er an der Wand unsres Hauses; er blickt durch
die Fenster, späht durch die Gitter.
10 Der Geliebte spricht zu mir: Steh auf, meine
Freundin, meine Schöne, so komm doch!
11 Denn vorbei ist der Winter, verrauscht der
Regen.
12 Auf der Flur erscheinen die Blumen; die Zeit zum
Singen ist da. Die Stimme der Turteltaube ist zu hören in unserem Land.
13 Am Feigenbaum reifen die ersten Früchte; die blühenden
Reben duften. Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, so komm doch!
14 Meine Taube im Felsennest, versteckt an der
Steilwand, dein Gesicht laß mich sehen, deine Stimme hören! Denn süß
ist deine Stimme, lieblich dein Gesicht.
15 Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse! Sie
verwüsten die Weinberge, unsre blühenden Reben.
16 Der Geliebte ist mein, und ich bin sein; er
weidet in den Lilien.
Das
Hohelied 8.6 - 7
6 Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein
Siegel an deinen Arm! Stark wie der Tod ist die Liebe, die Leidenschaft
ist hart wie die Unterwelt. Ihre Gluten sind Feuergluten, gewaltige
Flammen.
7 Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe den
ganzen Reichtum seines Hauses, nur verachten würde man ihn.
Jeremia
31.31 - 34
31 Der
neue Bund: 31,31-34
Seht, es
werden Tage kommen - Spruch des Herrn -, in denen ich mit dem
Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde,
32 nicht wie der Bund war, den ich mit ihren Vätern
geschlossen habe, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägypten
herauszuführen. Diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich ihr
Gebieter war - Spruch des Herrn.
33 Denn das wird der Bund sein, den ich nach diesen
Tagen mit dem Haus Israel schließe - Spruch des Herrn: Ich lege mein
Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr Gott
sein, und sie werden mein Volk sein.
Gegensatz: das auf Steintafeln geschriebene Gesetz
vom Sinai.
Sprichwörter
3.3-6/ Das Hohelied 2.8-16/ 8.6-7/ Jeremia 31.31-34
34 Keiner wird mehr den andern belehren, man wird
nicht zueinander sagen: Erkennt den Herrn!, sondern sie alle, klein und
groß, werden mich erkennen - Spruch des Herrn. Denn ich verzeihe ihnen
die Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr.
Hosea
2.21 - 22
21 Ich traue dich mir an auf ewig; ich traue dich
mir an um den Brautpreis von Gerechtigkeit und Recht, von Liebe und
Erbarmen,
22 ich traue dich mir an um den Brautpreis meiner
Treue: Dann wirst du den Herrn erkennen.